Unabhängigkeitstag der USA. Für sie ist das eine really big deal!
„Happy 4th of Julyyyyyyyyyy!!!!!!!!!!!!!!“
- Unsere Vermieterin Trish kam vorbei, um nach der Post zu sehen und uns zu gratulieren!
Wir alle wissen, dass die Amerikaner sehr patriotisch sind! Trish trug einen bodenlangen blauen Rock, ein rotes T-Shirt mit weißem Kragen, ein weißes Haargummi und ein Visor im Flaggen-Design! Das nenne ich einen PATRIOTEN! Auch wenn wir keine Einwohner sind, war es sehr nett! Diese Leute lieben ihr Land (und wir benutzen ihre Flagge als Küchenvorhang).
Im Hotel habe ich als Erstes jemanden zum Feiertag gratuliert, so viel Energie hatte mir Trish gegeben. Leider ließ diese Energie später etwas nach, die Arbeit hat mich völlig verschlungen. Fast alle Zimmer sind belegt (in den USA ist der 4. Juli auch der offizielle Saisonbeginn).
Heute Abend gab es ein Feuerwerk, das erste in diesem Sommer. Vom 4. Juli bis zum 2. September (Labor Day – der erste Montag im September, wenn die Studenten wieder mit dem Studium beginnen) gibt es jedes Wochenende fireworks auf dem Boardwalk! Es sind sehr, sehr viele Touristen da, alle Karussells, Cafés und Geschäfte sind in Betrieb – genau damit verdienen russische Studenten ihr Geld. Die Arbeit auf dem Boardwalk während der Saison unterscheidet sich von der Arbeit an anderen Orten (zum Beispiel wie bei mir im Restaurant oder in großen Konzernen). Sonja kam heute sehr spät nach Hause, endlich hat sie viele Arbeitsstunden bekommen! Sie steht an der Promenade bei einem Souvenirladen und macht Seifenblasen mit einer Pistole. Wen sie da nicht alles trifft. Die Hauptkundschaft sind amerikanische Kinder, viele davon verwöhnt und sehr dick! Ich denke, Sonja sollte darüber einen Blog schreiben. Wer hat welchen Witz gemacht, wer hat sich wie hervorgetan. Überhaupt wäre das eine ganze Diplomarbeit – das Verhalten der hiesigen Kinder und Jugendlichen in der „Ich-will-haben“-Situation (na ja, zumindest eine Seminararbeit!).
Ich selbst kam nicht spät von der Arbeit. Bei uns war es umgekehrt, wir hatten keine Gäste, alle waren am Ozean spazieren und haben gefeiert. Keine Zeit, verstehst du, für ein seriöses Abendessen! Aber der Heimweg war sehr schwierig. Um halb elf kamen alle vom Boardwalk zurück. Staus auf den Straßen! Autos in zwei Reihen blockierten die ganze Fahrbahn. Auf dem Gehweg konnte man auch nicht fahren – betrunkene Touristen und das in Massen! Gut, dass ich mit Vitja zusammen unterwegs war, da war es nicht so beängstigend. Wir sind vorsichtig um die Autos herumgefahren und haben auf die Fußgänger geachtet. Ursprünglich hatten wir einen anderen Weg gewählt, wir sind nicht über die New Jersey – die zentrale Straße – gefahren, sondern über die Atlantic – einen Block näher am Strand. Es war nur insofern leichter, als dass die Atlantic im Stau stand, während die Autos auf der New Jersey vorbeirasten.
Übrigens, die ganze Rio Grande – meine Straße – stand auch. Und zwar bis tief in die Nacht. Unsere Tür steht immer offen, wenn wir zu Hause sind und nicht schlafen, nur 7 Meter davon entfernt ist schon die Fahrbahn. In den USA gibt es viele große, coole Schlitten! Wir haben uns schon lange an Pickups sattgesehen und wundern uns nicht mehr, bald werden wir auch auf offene Cabrios nicht mehr achten.
Ich persönlich habe den Feiertag nicht gespürt, abgesehen von Trishs Besuch am Morgen. Für mich war es ein ganz normaler Arbeitstag. Nur einige seltene Details erinnerten an die Bedeutung des Events!
P.S. Jetzt weiß ich, dass die Frau, der ich morgens gratuliert habe, Polin ist! Und ich wundere mich noch, warum sie so lange mit der Antwort gezögert hat!
